Augen auf bei der Berufswahl!
Geschrieben von Silke Katterbach
Na, was willst du denn mal werden?
Vorbei die Zeit, in der man völlig schmerzfrei „Krankenschwester“ oder „Lokomotivführer“ antworten konnte. Die richtige Berufswahl vorzunehmen, hängt nicht zuletzt davon ab, wie gut oder schlecht man in der Schule war, was gerade ein Modeberuf ist, wo man besonders viel verdienen kann oder auch viel Urlaub lockt. Ja, und irgendwo im Hinterkopf schwirrt eine wenig belastbare Vorstellung von dem, was Spaß macht umher. Wer sich heute durch den Dschungel des Studienplatzangebots nicht nur deutscher, sondern internationaler Universitäten gekämpft hat weiß, dass der Spezialisierungsgrad, besonders in Master-Studiengängen, enorm ist. Das alles will verstanden und bewertet werden. In einer Zeit, in der Abi-Stress, Erwachsensein und Abschiednehmen schon ganz schön an den Kräften zehren. Ohne Abi geht ja schon fast nichts mehr, ein Jahr im (möglichst exotischen) Ausland ist der Maßstab; und Papa wollte immer schon, dass ich Maschinenbau studiere. Dabei weiß man mit 19 Jahren zwar schon einiges, der Blick auf eine fast 50-jährige Berufstätigkeit lässt aber doch immer die Frage offen: Ist das etwas für mich? Will ich das wirklich? Was kann ich eigentlich?
Nicht nur Abiturienten stellen sich diese Fragen (wenn sie klug sind). Viele, und immer mehr Menschen orientieren sich mindestens einmal in ihrem Berufsleben um. Nicht unbedingt immer weil sie wissen, was sie eigentlich wollen; sehr oft halten sie ihren „alten“ Beruf einfach nicht mehr aus. Kohärenzgefühl nennen das die Experten. Drei Komponenten sind danach für die Fähigkeit verantwortlich, Stress gesundheitsschonend oder gesundheitsschädlich zu bewältigen: Verstehbarkeit, Bewältigbarkeit und, ja, Sinnhaftigkeit dessen, was man tut! Je sinnloser die Arbeit mir vorkommt (sie muss es objektiv gar nicht sein!), desto stärker beeinträchtigt mich der Stress auf der Arbeit gesundheitlich. Mitunter erleben Menschen dann bereits die pure Anwesenheit am Arbeitsplatz als Stress. Der Körper reagiert nicht spontan, sondern verbucht viele kleine Details auf der Soll-Seite der Gesundheitsbilanz. Lange lassen sich ernste Konsequenzen noch über angenehme und entspannende Elemente auf der Haben-Seite abfedern. Doch so weit muss es ja nicht kommen!
Wer sich die lohnenden Fragen nach der eigenen Persönlichkeit und dem dazu passenden Beruf stellt, hat eindeutige Vorteile; beruflich, aber natürlich auch privat! Zufriedenheit, Sinnhaftigkeit und Motivation sind nicht nur gesundheitsfördernde Begleiter im Arbeitsprozess, sie bringen auch… Spaß… und Freude…! Dieser Satz war nicht so einfach. Wie oft bekam ich die (vermeintlich professionelle) Erwiderung: „Naja, das ist ja keine Spaßveranstaltung hier!“ – Stimmt! Aber mit Spaß wird die Veranstaltung eindeutig besser! In diesem Sinne: Was willst DU denn mal werden?
Seit 15 Jahren unterstütze ich aktiv den beruflichen Orientierungs- oder Umorientierungsprozess. Mit Hilfe psychologischer Testverfahren und der Coaching Erfahrung aus vielen Jahren reicht ein Tag aus, das „Leuchten in die Augen“ zu bringen mit einer beruflichen Idee, die attraktiv und motivierend ist.
